Tutorial: die ultra awesome Terranigma-Spieluhr

Willkommen zurück, liebe Freunde von SNES-Rollenspielen, pinkem Plüsch und Parmesankäse. Umzugs- und Unistress liegen nun hinter mir und endlich wandel ich wieder wie Alice durchs WLAN-Land. Da das in den letzten Tagen und Wochen nicht drin war, gab es keine Blogposts, aber zur Entschädigung hab ich heute für euch das aufwändigste Tutorial was es jemals auf der Welt diesem Blog gab.

Die Mission

Der wunderbare Herr moep0r hatte kürzlich Geburtstag und wünschte sich von mir etwas selbstgemachtes. So kam ich auf die großartige Idee den knuffigen Dämon Fluffy (Yomi) aus dem ebenso großartigen RPG Terranigma mit Hilfe von Plüsch und Füllwatte in eine lebensechte Version zu überführen. Bildmaterial zur Vorlage ist eher spärlich gesät, doch in meiner Rübe spukte ein seltsames Hybrid aus Game Sprite und Artwork aus dem offiziellen Nintendo Spieleberater herum, was ich mal versucht habe für euch aufzumalen, damit ihr eine grobe Vorstellung habt, wo die Reise hin gehen soll. Als wäre das ganze Unterfangen nicht schon größenwahnsinnig genug gewesen, habe ich mir auch noch fest in den Kopf gesetzt, dass das ganze eine Spieluhr werden soll. Und zwar nicht mit irgendeiner Melodie, sondern mit dem Stück „Birth of a Continent“ aus dem Terranigma Soundtrack. Klingt als könne man das innerhalb von zwei Tagen ohne Näherfahrung, Nähmaschine und irgendeiner Ahnung von Elektronik schaffen? Nein? Doch!

Die Quest-Items

1.5 Meter pinker, flauschiger Stoff

1 Packung Füllwatte

4 Pfeifenputzer

1 Reißverschluss in einer möglichst pinkigen Farbe (12 cm, nicht trennbar)

Garn (pink und weiß)

Ein Rest weißer Stoff

Edding oder Stoffmalfarbe (schwarz)

Dieses wunderbare Stück Elektronik

3 Batterien

Nadel

Der Ball ist kürbisförmig und das Spiel dauert 48 Stunden

Wenn wir das ganze jetzt mal logisch angehen, hat unser fluffiger Freund einen recht kugeligen Körper. Also nähen wir zunächst mal einen Plüschball als Grundkörper. Dazu gibt’s haufenweise Tutorials im Internetz, im Endeffekt nähen wir aber nur 6 Stoffstreifen rechts auf rechts aneinander (meine waren ca. 35 cm lang).

Bevor wir die letzte Naht von außen schließen, muss noch eine kleine Tasche für das Soundmodul eingebaut werden. Die hab ich Pi mal Auge aus dem weißen Stoffrest zugeschnitten und an drei Kanten zusammengenäht. Die offenen Kanten habe ich dann möglichst weit außen und von unten an den Reißverschluiss genäht. Jetzt haben wir ein kleines Täschchen, was wir öffnen und in die noch offenen Kanten des pinken Balls einnähen. Dabei wird die Außenseite des Balls jetzt auch nach außen gewendet und der Reißverschluss darunter, möglichst weit innen angenäht. Wenn die Tasche eingenäht ist können ein paar weitere Zentimeter der Naht geschlossen werden. Danach wird die Kugel mit Watte gefüllt und die Naht von außen zuende geschlossen.

Glückwunsch, jetzt haben wir einen pinken Ball mit Geheimfach. Dabei könnten wir es eigentlich schon belassen (wer mag keine pinken Plüschkugeln? Und dann auch noch mit Tasche!), aber wenn wir jetzt durchhalten und weiter machen wird es noch ein gutes Stück awesomer.

Fühler & Flügel

Fühler und Flügel haben im Prinzip nur andere Formen, habe ich aber genau gleich gebastelt und montiert. Die Schablonen habe ich frei Hand vorgezeichnet, jeweils 4 Mal auf Stoff übertragen und mit etwas Nahtzugabe ausgeschnitten. Nun je zwei Exemplare rechts auf rechts aufeinander nähen, dabei muss nur die Kante, die nachher an die Kugel genäht werden soll offen bleiben. Die Form sollten wir jetzt erstmal mit einem Pfeifenputzer „aufspannen“, damit das hinterher schön standhaft ist, und dann mit Füllwatte gut ausstopfen. Die untere Kante kann nun auch geschlossen werden und das Körperteil an die Plüschkugel genäht werden. Die Flügel habe ich auch nochmal mittig am Körper fixiert, weil die mir sonst zu doll rumschlackerten, aber das ist Geschmackssache.

Leben einhauchen

Aus dem weißen Stoffrest schneiden wir jetzt noch schnell zwei Kreise aus, malen mit Edding oder Stoffmalfarbe oder Nagellack oder was auch immer die Augen auf, und nähen die großen schnuckeligen Glupscher auf unseren pinken Dämonenkörper auf.

Der Elektrik-Trick

Nun zu dem Punkt der die längste Recherche-Zeit beansprucht hat, im Prinzip aber der einfachste von allen ist. Wir legen die Batterien in unser Soundmodul, bespielen es, indem wir den roten Knopf gedrückt halten, legen es in die Tasche und schließen den Reißverschluss so, dass nur noch die weiße Strippe aus dem Bürzel ragt. Bombe. Wir haben ‘ne Spieluhr gebaut!

 

Drücke SELECT um die Truhe zu betreten

Zu guter letzt wollte ich das ganze noch ein bisschen spektakulär verpacken und hab erstmal ‘ne große Truhe besorgt. Dann hab ich noch ein bisschen Originaltext recherchiert und an die beiden Verschlüsse „Siegel“ mit Text gebastelt, dazu wurde noch eine „Schriftrolle“ mit dem Introtext (blau) überreicht. Außen auf der Truhe kleben noch kleine Sprechblasen mit Hilferufen, innen befinden sich auch welche, allerdings mit dem folgenden (original) Text:

„Endlich, nach all den Jahren… Ich bin wieder FREI! Du musst mein Befreier sein. Ich habe viele Namen, für dich bin ich FLUFFY“

Ich hoffe die Spieluhr gefällt, der Beschenkte hat sich auf jeden Fall gefreut. Ich fänd es schön, wenn das Tutorial jemanden zum Nachnähen motiviert, oder generell für das Nähen einer Spieluhr mit eigener Melodie hilfreich wäre. Falls noch Fragen offen sind, bitte einfach stellen. 🙂

Musikempfehlung: Da es schon lange kein Tutorial mehr gab, gab es auch schon lange keine Musikempfehlung mehr. 😉 Ich habe zwar die meiste Zeit nebenbei Star Trek geguckt (TOS Season 3 und ein paar Random-Folgen Voyager), aber ich empfehle neben dem ohnehin großartigen Terranigma OST noch “Bratze – Strafplanet”. Audiolith ist klasse und da das Nähen per Hand einfach ewig dauert schafft man es in der Zeit so einiges zu hören. 😉

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5 thoughts on “Tutorial: die ultra awesome Terranigma-Spieluhr

  1. Ui toll, jetzt bin ich durch deinen Kommentar hier her gestolpert und quietsch selber vor mich hin *-* Ich glaub jetzt muss ich erstmal deinen Blog durchlesen 😉

    • Hihi, das freut mich, dann wünsch ich dir mal viel Vergnügen hier :3

      (deine Kommentare sind alle angekommen, ich muss nur immer den ersten Kommentar einer Person hier freischalten, damit sie dann dauerhaft kommentieren kann. Hab jetzt mal um die Verwirrung zu minimieren nur den ersten hier erlaubt, nicht wundern 🙂 )

  2. Pingback: moep0r BTS #7: Fluffy (Yomi) aus Terranigma | [mœːpɔˑʁ].com – nerd up your life.

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