“We need to make books cool again. If you go home with somebody and they don’t have books, don’t fuck them.” – John Waters
Eines meiner Lieblingshobbies ist das Lesen, und zwar schon immer. Deswegen habe ich das große Bedürfnis euch auf dem Laufenden zu halten, was ich denn jeden Monat so gelesen habe. Natürlich ist es unterschiedlich wie viel ich monatlich schaffe und ich habe auch nicht vor eine ausführliche Kritik zu jedem Buch zu schreiben, daher nur eine kurze Monatsübersicht. Außerdem habe ich seit längerem einen kleinen Notizblock auf dem ich festhalte, wann ich ein Buch beginne und wann ich es beende. Das vereinfacht diese Übersicht unglaublich und hilft mir die schlechte Angewohnheit des Parallel-Lesens in den Griff zu kriegen. ![]()
Im Folgenden werde ich nur kurz meinen persönlichen Eindruck wiedergeben, keine Buchrezension und keine Inhaltsangabe. Ich werde das ganze außerdem möglichst spoilerfrei halten, denn alles andere ist total ätzend.
Gustave Flaubert – Madame Bovary
01.12.2011 – 05.01.2012
Irgendwann kam ich auf die Idee viele klassische Werke einmal gelesen haben zu wollen und schrieb eine Liste mit all denen, die mich interessierten. Nach Effi Briest ist dies die zweite große Ehebrecherin, die mir untergekommen ist und ich muss sagen, aus den Socken gehauen hat mich der gute Gustave nicht grade, allerdings habe ich auch nicht wirklich etwas zu bemängeln. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und hat es nicht wirklich geschafft mich zu fesseln, weshalb ich auch so ewig lange daran gelesen habe. Was mir wiederum gut gefallen hat war die Art wie die Charaktere geschaffen wurden, weil mir auch Nebencharaktere gut dargestellt und plastisch erschienen. Besonders schön ist übrigens, dass meine Ausgabe, die ich gebraucht gekauft habe, viele Tuschezeichnungen enthält. Ich finde alte, gebundene Bücher sowieso wunderschön, besonders mit Illustrationen.
Lucy Lethbridge – Who was Ada Lovelace?
08.01.2012
Zu Weihnachten wünschte ich mir ein Buch über die Mathematikerin Ada Lovelace, die als die erste Programmiererin gilt. Da ich kein bestimmtes kannte, recherchierte meine Mama und schenkte mir schließlich ganze vier Stück! Ich hatte beschlossen als eine Art Einstimmung auf die anderen Bücher zunächst die dünnste Biografie zu lesen, was auch an einem Abend getan war. Natürlich war es mit seinen 77 Seiten in sehr simplem Englisch nicht besonders ausführlich, aber das musste es für meine Ansprüche auch erstmal garnicht sein, ich habe schließlich noch genug Vertiefungsliteratur.
Wer keine Ahnung hat wer die Person eigentlich war, nach der die Programmiersprache Ada benannt ist, sollte ruhig mal dieses Buch zur Hand nehmen, denn es fasst kurz und bündig diese sehr interessante Lebensgeschichte zusammen.
Amélie Nothomb – Winterreise
14.01.2012 – 19.01.2012
Autismus, psychoaktive Pilze und Terrorismus als Triebtat – vereint zu einer wundervollen Liebesgeschichte, die niemand besser zu Papier bringen könnte als Amélie Nothomb. Ich wusste bereits, dass „Winterreise“ mein Lieblingsbuch im Januar wird, noch bevor ich es aufgeschlagen hatte. Zugegeben, ich bin da etwas voreingenommen gewesen, aber meine Erwartung wurde durchaus bestätigt. Es handelt sich bei dieser großartigen Schriftstellerin nämlich nicht umsonst um meine absolute Lieblingsautorin. Es fällt mir schwer ihren Stil in Worte zu fassen ohne dabei Adjektive zu benutzen, die augenscheinlich widersprüchlich sind – zumindest so lange, bis man einen ihrer Romane gelesen hat. Jedem Menschen, der bitterbösen Zynismus und intelligenten Humor mag möchte ich ihre Bücher ans Herz legen. Winterreise ist zwar nicht mein persönlicher Favorit, aber auf jeden Fall lesenswert!
Suzanne Collins – Die Tribute von Panem
06.01.2012 – 07.01.2012 Tödliche Spiele
11.01.2012 – 14.01.2012 Gefährliche Liebe
22.01.2012 – 31.01.2012 Flammender Zorn
Da ich die Trilogie komplett im Januar gelesen habe, bietet es sich an meine Meinung zu den drei Teilen schnell zusammen zu fassen. Interessiert hat mich die Reihe, weil das Konzept, Jugendliche bewaffnet in eine Arena zu stecken bis nur noch einer da ist, sehr unterhaltend klang. Für die restliche Kundschaft der Jugendbuchabteilung erscheint die Idee vermutlich auch neu, aber die haben in der Regel auch noch nicht von „Battle Royale“ gehört. Der erste Band hält auch auf jeden Fall was er verspricht und man kann ihn kaum aus der Hand legen. Am Ende des ersten Buchs fragt man sich jedoch was noch kommen soll und viel kommt dann in den anderen beiden Bänden leider auch nicht mehr, was die Spannung so wirklich aufrecht erhält, diese Buchreihe hat nämlich ein ganz großes Problem: die Protagonistin. Diese hübsche, charismatische Scharfschützin konnte mich bis zur letzten Seite hin leider nicht von sich überzeugen. Im ersten Band sind ihre Sprüche, die aus einem Actionfilm der 90er Jahre stammen könnten, noch sehr amüsant, doch im Verlauf der Geschichte geht einem ihre innere Zerrissenheit nur noch auf die Nerven. Noch frustrierender ist es dann festzustellen, dass ihre Entscheidungsfindung, die sich über drei Bücher erstreckt schließlich einfach im Nichts verläuft. Zu viel möchte ich hier nicht verraten, aber ihr völlig widersinniges Verhalten in so ziemlich jeder Situation lässt sie in meinen Augen weder an Sympathie noch an charakterlicher Tiefe gewinnen. „Tödliche Spiele“ kann man genau so gut als Einzelband lesen, was ich auch jedem empfehlen würde, der sich durch das „Battle Royale“-Prinzip angesprochen fühlt. Eine kleine Warnung noch: dieses Buch ist für Generation „Twilight“ geschrieben und jede Seite schreit förmlich nach einer Verfilmung. Es sind allerdings nicht nur die vielen Gefahren in der Arena, die sich gut verfilmen lassen, sondern auch jedes der Outfits der Protagonistin ist ins Detail beschrieben und ein beträchtlicher Teil der Charaktere sind Stylisten.
Fazit: „Battle Royale“ für Mädchen, die sich nicht entscheiden können ob Edward oder Jacob süßer ist und die lügen wenn sie sagen, dass sie dich zuletzt töten werden.



