Lesemonat Februar 2012

“[...] eine Legende ist für mich wie eine Speisekarte in einem vornehmen französischen Feinschmeckerlokal: eine elegante, komplizierte Tarnung für eine Tatsache, die man sonst sicher nicht schlucken würde” – William Blatty, Der Exorzist

Und wieder ist ein weiterer Lesemonat vergangen, dieses mal allerdings weniger ereignisreich als der Erste. Die meisten Dinge, die ich im Februar gelesen habe, hatten was mit Chemie zu tun, und das möchte ich euch dann doch lieber ersparen. ;)

Odette Toulemonde und andere Geschichten

Eric-Emmanuel Schmitt- Odette Toulemonde und andere Geschichten

31.01.2012 – 01.02.2012

Eigentlich bin ich kein besonders großer Fan von Kurzgeschichten, aber ich hatte bereits „Oskar und die Dame in Rosa“ und „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ von Schmitt gelesen, die auch eher die Form von Kurzgeschichten hatten. Da ich beide sehr gut fand, interessierten mich auch andere Werke und ich kaufte mir „Odette Toulemonde und andere Geschichten“, was ich sonst vermutlich nicht getan hätte. Das Buch beinhaltet insgesamt sechs Kurzgeschichten, die allesamt als Porträts verschiedener Frauen bzw. Beziehungen durchgehen sollten. Die einzige von der ich den Klappentext schon kannte (Odette Toulemonde) , hat mir im Nachhinein sogar am wenigsten zugesagt, denn insgesamt fand ich die Geschichten wirklich berührend und jede für sich einzigartig. Mein Favorit war „die fremde Frau“, jedoch halte ich das gesamte Buch für lesenswert. :)

Der Exorzist

William Blatty – Der Exorzist

01.02.2012 – 29.02.2012

„Der Exorzist“ wird den meisten von euch sicherlich als Filmtitel (1973) geläufig sein, ich habe nun endlich die Buchvorlage (1971) gelesen, übrigens schrieb Blatty auch das Drehbuch für den Film. Ich werde jetzt keinen Vergleich von beidem ziehen, dafür habe ich den Film auch einfach zu wenig in Erinnerung. Zunächst eine nicht unwichtige Anmerkung: Der Zeitraum den ich angegeben habe, ist nicht der Zeitraum in dem ich das Buch effektiv gelesen habe, tatsächlich habe ich im Februar fast garnicht gelesen. Für den Exorzisten habe ich im Endeffekt grade mal zwei Tage gebraucht, es ist also durchaus fesselnd, denn wenn die Geschichte erstmal ins Rollen gekommen ist, kann man es kaum noch aus der Hand legen. Interessant ist, dass die Problematik des Geisteskranken, der für besessen erklärt wird und an dem ein Exorzismus durchgeführt wird, hier in einer aufgeklärteren Zeit genau umgekehrt auftritt. Ein Mädchen zeigt typische Symptome einer „Besessenheit“ und wird daraufhin von diversen Ärzten auf alle erdenklichen körperlichen und psychischen Krankheiten hin untersucht, jedoch ohne eine wirklich befriedigende Erklärung ihrer Symptome zu finden. Der Prozess, den man selbst dabei beim Lesen miterlebt, nämlich das langsame aber sichere Anerkennen der Besessenheit im spirituellen Sinne, aus Mangel an wisschenschaftlichen Begründungen, ist durchaus interessant mitzuerleben. Natürlich hält der Glaube an Dämonen nur an, solange man noch in den Roman vertieft ist, meinen Verstand habe ich beim Lesen nämlich nicht verloren. Ich habe mich nur von der Denkweise der Geschichte mitreißen lassen, was einem nicht sonderlich schwer fällt, wirklich interessant und empfehlenswert. :)