Lesemonat Mai 2012

“Mein Schmerz ist gleichbleibend und heftig. Und ich hoffe für niemanden auf eine bessere Welt. Ich möchte sogar, dass mein Schmerz auch anderen zugefügt wird. Ich will, dass niemand davonkommt.” – Pat Bateman in Bret EastonEllis‘ „American Psycho“

 

Bret Easton Ellis – American Psycho

Bret Easton Ellis – American Psycho

25.04.2012 – 09.05.2012

American Psycho ist ein echter Kultroman, der sich wohl auch durch seine großartige Verfilmung mit Christian Bale großer Beliebtheit erfreut. Wie immer hab ich mit dem Film gewartet bis ich das Buch gelesen hatte, weshalb ich den Roman noch vollkommen unvoreingenommen genießen konnte. Ellis beschreibt das scheinbar perfekte Leben von Patrick Bateman, der in der Welt der Schönen und Reichen zuhause ist, in kurzen Episoden. Dabei wird zunächst nur in Nebensätzen wie selbstverständlich erwähnt, das Pat Bateman scheinbar regelmäßig zu Gräueltaten neigt. Aus diesen Randbemerkungen werden ganze Erzählabschnitte, die zunächst vollkommen losgelöst vom restlichen Geschehen stattfinden, sich jedoch immer stärker häufen. Schließlich dominieren Gewalt- und Drogenexzesse das Handeln so sehr, dass man nicht mehr weiß, ob Bateman wirklich diese Vergewaltigungen und Morde begeht, oder durch seinen Drogenkonsum nicht mehr zwischen Realität und Fantasie unterscheiden kann, in beiden Fällen durchlebt er jedoch einen Höllentrip, bei dem sich dem Leser schon mal der Magen umdrehen kann. Nach den 120 Tagen von Sodom ist American Psycho wohl das brutalste Buch, was ich je gelesen habe. Und trotzdem ist es richtig gut. Ellis hat eine geniale Erzählweise, auch wenn man erstmal einige Seiten braucht um mit dem Buch wirklich warm zu werden, die ersten 100 Seiten lesen sich nämlich wie J.R.R. Tolkiens Version des GQ Magazins. Ist der Einstieg aber erstmal überstanden möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, es lohnt sich.

Amélie Nothomb – Den Vater töten

Amélie Nothomb – Den Vater töten

09.05.2012 – 09.05.2012

Sobald ich sehe, dass Amélie Nothomb etwas neues geschrieben hat, muss ich es einfach auf der Stelle lesen, weil ich weiß, dass es grandios sein wird. „Den Vater töten“ war da keine Ausnahme. In dieser Erzählung geht es um LSD, das Burning Man Festival, Casinos in Las Vegas und die Vater-Sohn-Beziehung eines angehenden Magiers mit seinem Mentor. Wie immer eine tolle Story gepaart mit einem einzigartigen Erzählstil. Empfehlenswert, hatte ich aber auch nicht anders erwartet.